Weinprobe am Weingut Kiefer

Nach dem Herbsten der Trauben bei Eichstetten am Kaiserstuhl lieferten wir diese an das Weingut Kiefer. Dort gab es eine Führung durch das Weingut mit anschließender Weinprobe.

Die Führung über das Weingut startete bei der Anlieferung der Trauben. Entrappt gelangen sie schonend durch die Schwerkraft nach unten in eine der großen Pressen. Von dort fließt der frisch gepresste Traubensaft in den Keller des Weingutes und wird auf verschiedene Arten ausgebaut. So gibt es von alten Holzfässern – die noch fast aus der Anfangszeit 1851 stammen – über neuere Barrique-Fässer bis hin zu modernen Edelstahltanks alles, was das Winzerherz begehrt. Gegründet wurde das Weingut von Friedrich Kiefer und wird seit 2008 von Helene und Martin Schmidt geführt. Insgesamt verfügt das Weingut durch Vertragswinzer über eine Rebfläche von ca. 160 ha und zählt damit zu den größten Privatweingütern Deutschlands. Trotz dieser Größe und einer Produktion von 1,4 Millionen Flaschen pro Jahr steht Qualität bei Kiefer an erster Stelle und wird durch stetige Investitionen in Keller und Weinberge weiter gesteigert.

Unsere Tour endete mit einer kleinen Weinprobe im Verkaufsraum des Weingutes. Den Anfang machte der leichte und angenehme Secco Rosé, ein wunderbarer Sommerabend-Begleiter. Die nächste Cuvée gehörte zu den jungen Poeten bei Kiefer, unter diesem Begriff werden die Weine, die sehr zugänglich sind, bezeichnet. Ein leichtes „Mit den Wolken ziehen“ erfreute unseren Gaumen und war definitiv ein wohlklingender Lyriker. Etwas kokett und jugendlich präsentierte sich dann der Weißburgunder feinherb, der zu den frechen Kaiserstühler gehört. Gediegener trat der Nachfolger auf, ein feiner Grauburgunder, den Kiefer zu seinen Klassikern zählt. Als Sahnehäubchen genossen wir zuletzt den Grauburgunder Dreistern. Dieser läuft innerhalb der Klassiker unter der schönen Bezeichnung „Boliden“ und repräsentiert mit anderen die absolute Stärke des Betriebs.

Ein wundervoll leichtes Intermezzo schenkte uns der Poet „Schmetterlinge im Bauch“, der die Zungen vor einem grandiosen Finale nochmals etwas lockerte. Dem Spätburgunder-Liebhaber wurde ein Gaumenspiel mit zwei weiteren Boliden geschenkt: Spätburgunder Tradition und Spätburgunder Dreistern. Diese zwei lieferten sich ein geschmackliches Kopf-an-Kopf-Rennen, das der Dreistern nur haarscharf gewann. Ein wahres Feuerwerk an rauchigen Aromen, Waldbeeren in Hülle und Fülle, zarter Schokolade und kaum enden wollende Tanninen im zugleich frischen Abgang.

Ein herzliches Dankeschön an Vera Wiedemann und das Weingut Kiefer für diesen grandiosen und erlebnisreichen Einblick.

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