The Cure 2018 – Ein Grillo von Vini Campisi

Ihr kennt das. Eigentlich möchte man „nur“ eine Flasche Wein kaufen, da man bei der letzten Einladung gefragt hat, ob etwas mitzubringen sei. Mit einer klaren Vorstellung, die sich meist am Geschmack der Gastgeber orientiert, landen ein, zwei Flaschen in der Einkaufstasche. Doch kurz vorm Bezahlen nimmt man etwas aus dem Augenwinkel war und beschließt, dass es eine gute Gelegenheit sei, noch mehr Wein für den Eigenbedarf zu kaufen.

So ist auch The Cure von Vini Campisi bei uns gelandet. Der klangvolle Titel erinnerte uns an schöne Urlaubszeiten in einem gleichnamigen Restaurant, das mit dem Wein aber gar nichts zu tun hat. Der Weinhändler erzählte uns außerdem, dass die Produzenten Quereinsteiger und einer von ihnen ein Berliner DJ namens Marcin Oz ist. Zusammen mit Marco Mazzara, einem Banker, und Sergio Mazzara, einem Juristen, werden 7 Hektar Kalksteinboden auf Sizilien nach den Mondphasen biologisch bewirtschaftet.

Die Grillo-Trauben, die die meisten bestimmt schon mal in Form eines Marsalla getrunken oder verkocht haben, werden für The Cure händisch bei abnehmendem Mond geerntet.

Im Glas zeigt sich eine klare hellgelbe Farbe. Erste Noten von Limone steigen mit einem leicht vanilligen Unterton in die Nase. Entsprechend sind die Erwartungen groß, werden jedoch beim ersten Schluck nicht so recht erfüllt. Zu dünn und kurz legt er sich auf die Zunge, sodass man gar nicht genau weiß, was man eigentlich gerade getrunken hat. Später schmecken wir, dass The Cure ein bisschen atmen möchte. Eine halbe Stunde nach der Entkorkung können wir ihm bereits viel mehr abgewinnen. Neben der nicht zu sauren Zitrone kommen nun auch die für den Grillo typischen Kräuter heraus. Der Abgang hält sich eher mittelkurz und nicht erinnerungswürdig. Für unseren Geschmack ein guter Essensbegleiter, der jedoch für sich genommen leider etwas klanglos bleibt. 

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