Verdejo der Bodegas Naia und die Lausplage

Auf der Suche nach einem guten Weißwein für ein abendliches BBQ sind beim Wort „Verdejo“ gute Erinnerungen an den Nebla hängen geblieben. Im Einkaufskorb landete ein Venta Mazzarón 2014 des spanischen Weinguts Bodegas Naia.

Im Glas zeigt sich der spritzige Wein trotz seiner sehr hellen grünlich gelben Farbe verhalten und matt. Doch der erste Eindruck trügt: der Spanier kitzelt die Nase mit fruchtigen Zitronen, Limetten und Trauben und einem leichten Balsamico-Hauch. Dennoch riecht er angenehm süßlich – kein Zuckerwasser. Dies merkt man auch im Geschmack. Der Venta Mazzarón überzeugt mit angenehmen Rosinennoten in einem weder bitteren noch sauren Bouquet. Trauben zerplatzen auf der Zunge und der Saft läuft verführerisch die Kehle hinab. Typisch Verdejo 😉

Venta Mazzaron der Bodegas Naia

Venta Mazzaron der Bodegas Naia

In La Seca hat Eulogio Calleja, einer der herausragendsten Önologen der Region, dem Weingut Bodegas Naia durch seine Expertise zu beachtlichem Ansehen verholfen. Der Rebbestand ist zum Teil wurzelecht und stammt somit aus der Zeit vor der Reblausplage. Diese Katastrophe für Winzer und Weintrinker trieb Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Unwesen in Europa und vernichtete zwei Drittel der Weingebiete. Abhilfe schien damals nur eine „Lauskur“ aus Entwurzelung verseuchter Weinstöcke und Schwefelkohlenstoff zu bringen. Den Geschmack der Trauben kann man sich denken. Auch die angebauten amerikanischen Sorten, die eine Resistenz gegen die Läuse zeigten, begeisterten die europäischen Gaumen kaum. Ein uralter Trick brachte schließlich Erlösung: Beim Propfen wird der Stamm gespalten, ein Trieb einer anderen Pflanze hineingesteckt und mit Harz verstrichen. Robuster Fuß paarte sich nun mit geschmackvollen Reben. Ein Glück für uns.

Den Namen Bodegas Naia sollte man sich übrigens auch merken. Und wer kann, sollte nach dem Jahrgang 2012 Ausschau halten, bei uns gabs leider „nur“ nicht ganz so gehypeden 2014.

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